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Vom Sturm in die Knie gezwungen

Als wir heute von Jokkmokk wieder in Richtung Nordkap aufbrechen, fühlen wir uns ein bisschen an das "Nichts" in Michael Endes Unendlicher Geschichte erinnert. Der Wind bläst heftig den Schnee von einer Seite der Straße zur anderen. So heftig, dass immer wieder für Sekunden nichts als Weiß zu sehen ist. Weil wir wegen des Wintermarkts einen Tag länger in Jokkmokk geblieben sind, haben wir eigentlich vor, heute die Hälfte des Weges nach Honningsvåg, dem "Tor zum Nordkap", zurückzulegen. Daraus wird aber nichts. Nach nur 150 Kilometern zwingt uns der Sturm in die Knie.



Seit Tagen tobt ein heftiges Unwetter an der norwegischen Küste, dessen Ausläufer uns jetzt auch im Landesinneren in Nordschweden getroffen haben. Die Straße von Jokkmokk in Richtung Kiruna wird während unserer Fahrt immer unpassierbarer. Eine Straßensperre warten wir noch ab, doch die schwedische Verkehrs-App, die wir uns in der Zwischenzeit herunter geladen haben, zeigt immer mehr Sperren. Als gar nichts mehr geht, entscheiden wir uns in einer Parkbucht die Nacht abzuwarten.




Jokkmokks Marknad: Von Samischem Handwerk bis Churros und Oliven


Ob es sich ausgezahlt hat wegen des Marktes einen Tag zu verlieren? Wir sind uns nicht so ganz sicher. Vielleicht liegt es am Wind, der schon in der Früh heftig ist, aber viele der Marktstände sind zu Beginn des erstes Markttages noch gar nicht aufgebaut. Bei denen, die es schon sind, gibt es zwar durchaus einige traditionelle Produkte zu kaufen - von Messern bis Rentierfellen - aber auch vieles, das man von anderen Märkten kennt: Donuts und Churros, Parmesan oder Oliven - all das findet man wohl auch bei uns und klingt nicht ganz skandinavisch.


Wir bleiben trotzdem bis zur Mittagszeit, denn für 12.00 Uhr ist die traditionelle Rentier-Karawane durch den Markt angekündigt. Seit den 60er-Jahren zieht Per Kuhmunen, der hier wohl eine Berühmtheit ist, mit seiner Familie und Rentieren über den Markt. Das wollen wir uns auch nicht entgehen lassen und warten trotz eisigen Windes auf die Familie in der traditionellen farbenfrohen Sami-Kleidung. Dann aber sind wir froh in unseren warmen Camper zurück zu kommen. Dass der uns heutige nicht allzu weit bringen wird, wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht...



Während wir in unserer Parkbucht am Straßenrand Abendessen machen checken wir wieder einmal die Straßenkarten. 650 Kilometer trennen uns jetzt noch vom Nordkap. Nach den heftigen Unwettern, die wir in den Nachrichten verfolgt haben, und unserer heutigen Fahrt sind wir uns nicht mehr ganz sicher, wann wir es tatsächlich erreichen werden. Wetter- und Verkehrsapps sind jetzt unsere ständigen Begleiter - und das Zittern, ob die Straßen zum nördlichsten Punkt Europas passierbar bleiben.


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